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Vom Dachbau im Schrebergarten | Erlebnisbericht

Hallo liebe Käferchen,

Irgendwie habe ich mich erst jetzt der Veröffentlichung dieses Artikels angenommen. Obwohl das bisher größte Projekt im Schrebergarten bereits ein Jahr zurück liegt. Vielleicht liegt es daran, dass das nächste wieder vor der Tür stand und fast abgeschlossen ist. Nun denn ich möchte euch von meinem Erlebnis Dachneubau im Schrebergarten berichten.

Die wichtigsten Erkenntnisse vorweg:

  • Dachrinnen sind verdammt teuer.
  • Es brauchte vier Personen für ein Dach innerhalb eines Tages.

Wenn man so eine Kleingarten Laube übernimmt, glaub man alles beachtet zu haben. Man kriecht in jeden Winkel und begutachtet unzählige Stellen. Aber es entgeht einem meist immer etwas. Bei einem derartig verwarlosten Garten und dem günstigen Preis musste ja etwas im Argen sein. In meinem Fall war es das Dach. Mir sind zwar komische Verfärbungen an der Wand aufgefallen, jedoch konnte ich es nicht einodnen. Naja aber der nächste oder übernächste große Schauer leerte mich eines besseren. Als ich daraufhin eine Pfütze in der Laube fand, war klar hier ist etwas undicht. Ich habe mir eine Leiter geborgt und hab das Ganze mal inspiziert. Wellige Dachpappe soweit das Auge reicht. Risse waren auch zu sehen. Also habe ich im Baumarkt  Bitumen Spachtelmasse (oder so) gekauft, zackt drauf damit und Daumen drücken. Einige Male war es dann auch trocken geblieben aber irgendwann bildeten sich wieder Pfützen. Es half nichts das Dach musste runter.

 

Zuerst musste ich die Decke im Inneren beseitigen. Mir hat es tierisch davor gegraut, wer weiß was sich da alles eingenistet hat. Decke ab, fünf tote Bienen und zwei Käfer später erblickte ich einen riesigen Wasserfleck. Das Holzgerippe schien aber noch recht intakt zu sein. Gott sei dank habe ich einen handwerklich begabten Vati mit zwei guten Bekannten (einer sogar Dackdecker). Die drei haben quasi Männerurlaub bei uns gemacht, verbunden mit einem Handball Spiel und „etwas“ Arbeit.

Also der Plan stand, eine passendes Wochenende wurde auserkoren. Jetzt ging es ab in den Baumarkt. Das war auch bisher die größte Investition, die ich im Garten getätigt habe. Das Holzgerippe haben wir wieder genutzt, so dass einiges an Arbeit und Ausgaben wegfiel. Meine kleine Materialliste (kein Anspruch auf Vollständigkeit ;))

  • OSB Platten (ich glaub so 2cm dick)
  • Dachrinnen, Fallrohre, Schnüffelstücke, Rinnenhalter
  • Kantenbleche aus Zink
  • Unterbahn aus Bitumen
  • Oberlage Bitumenbahn (beschiefert PV PE 250)
  • Schrauben, Gasbrenner und vieles an Mess- und Schneidwerkzeugen

Insgesamt belief sich die Schlussrechnung auf etwa 600€. Die Haupterkenntnis des Ganzen war das selbst schnöde Plastikdachrinnen (circa 10 Meter, kleinster Nennweite) mit allem 200€ gekostet haben. Man muss das auch mal für sich durchrechnen, da die Rinnen und Fallrohre zwar günstiger sind als welche aus Zink aber alle Schnüffelstücke, Verbinder und Rinnenhaken um ein vielfaches teurer sind.

Nun ja die Jungs sind an einem Freitagabend angerückt und da sind wir dann nur kurz zum Ausladen und zur Baustellenbegutachtung im Garten gewesen. Danach ging es erstmal zum Handball des SC DHfK Leipzig. Ein Spiel gegen Berlin mit hochkarätiger Besetzung und einer spannenden Aufholjagd kurz vor Schluss. Leipzig gewann und ich habe noch nie ein Sportliches Ereignis erlebt mit einer derartigen fesselnden Atmosphäre, Stimme fast weg.

Zurück in den Garten. Der Wecker klingelte früh morgens. Um Acht waren wir im Garten, ein Teil ist gleich aufs Dach und begann schon mal mit dem Abriss. Ich bin zur Materialabholung in den Baumarkt meines Vertrauens gedüst und dank Online Reservierung ging alles auch ganz schnell. OSB Platten und Dachbahnen waren im Auto. Ab zurück.

 

Die durchgeweichten Platten zerbrösteten in unseren Händen, da war nichts mehr zu retten. Schnell türmte sich ein riesen Haufen Bauschutt auf. Tja und dann ging alles ganz schnell. Die OSB Platten eine nach der anderen wurde hochgereicht & angeschraubt, mein Vati war Schnittmeister. Akkordarbeit quasi. Die Arbeiten an der Dachrinne brauchten wieder etwas mehr Zeit und Geduld, da sollte ja alles gut vermessen und mit Gefälle verlaufen sonst kommt der Regen nicht zur Tonne. Viele kleine Schritte, wie zum Beispiel das Anbringen des ersten und letzten Haken, spannen einer Schnurr und Ausrichten wurden mit größter Sorgfalt ausgeführt. In die Rinne kommt dann dieses Abschlusskantenblech und erst darüber die Dachpappe. Vorher wurde es noch mit einer schwarzen Teerfarbe (oder so) eingestrichen.

Dann nahm alles wieder Fahrt auf. Die Unterbahn wurde angebracht. Dabei wurden einige Schwachstellen aufgedeckt. Der Schuppenanbau war etwas unpraktisch. Da auch dort in der Vergangenheit Wasser eindrangt, quasi zwischen Giebel und Schuppendach etnschieden wir uns dazu die Bahn direkt daran entlang ohne Unterbechung zu ziehen. Wir haben eine passende Holzplatte im Zwischenraum am Giebel befestigt, da die Dachkonstriktion ja etwas drüber steht. Danach konnten wir mit der Flammenden Befestigung der Oberbahn aus beschieferten Bitumen weitermachen. Und so verging der Tag wie im Flug. Wir hatten bis in die Dunkelheit gewerkelt und mussten dann doch noch am Sonntag kleiner Restarbeiten machen, was Fürst und Abschlüsse betraf.

 

Entsorgt habe ich dann das Holz beim Wetstoffhof, die Dachpappe ist jedoch Sondermüll und musste auf die Deponie gebracht werden. Dafür müsst ihr nochmal etwas Geld einplanen. Kurioser Weise wird irgendwie bis 100kg ein Festpreis von 50€ verlangt. Danach ist es dann der Tonnenpreis der umgerechnet auf 100 kg deutlich günstiger war, ich weiß aber nicht mehr genau wie viel. Jedenfalls mein Tipp an euch nehmt auf jeden Fall alles in einem Schwung dahin mit um nicht Gefahr zu laufen die Grenze nicht zu schaffen. Ich hatte null Gefühl für das Gewicht, daher hab ich sogar noch das Warndreieck beim Schlusswiegen ausgepackt und so. Ja ich weiß auch wenige sinnvoll ;) Nunja aber das nur am Rande. Ich kann euch gar nicht sagen wie froh ich jetzt bin, so tolle Unterstützer gehabt zu haben und würde niemanden raten es allein in Angriff zu nehmen. Dies soll natürlich auch kein ausführlicher Dachbau DIY Artikel werden, dazu fehlt mir schlicht und einfach die Kompetenz. Daher konsultiert bitte immer einen Fachmann und holt euch ebenso erfahrene Unterstützung. Das neue Dach wird dann hoffentlich noch viele viele Jahre mir oder dann irgendwann einem neuen Besitzer Freunde bereiten und alles behüten.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche.
Eure Elisa von rienmakaefer.

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6 thoughts on “Vom Dachbau im Schrebergarten | Erlebnisbericht”

  1. Wahnsinn. Ganz toll, was du schon alles in deinem Garten und auch in der Laube geschafft hast. Und ja, leider hat ein günstiger Garten, außer dem tollen Preis, meistens viele Mankos. DIe Erfahrung habe ich leider auch gemacht. Und ich muss sagen, heute würde ich lieber eine höhere Abstandssumme zahlen und hätte dafür weniger Ärger. Aber so ist es ja immer, aus Fehlern lernt man halt.
    Aber wenn man Handwerker in der Familie und im Bekanntenkreis hat, dann geht natürlich alles viel besser. Mein Vater hat letztens meine Schuppentür repariert und dafür schon 3 Tage gebraucht lach.

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    1. Hi, danke dir. Als ich gestern so im Garten war, überkam mich wieder das Glücklich und Zufriedensein. Ich wollte nie so einen perfekten und geordneten Garten. Ich geb zu meine Beete habe ich gern Eckig und Symmetrisch aber ich brauch auch ein paar wilde Ecken. Ich glaub ich mag meinen Garten so langsam immer mehr mit seinen wilden wuschigen Art.

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  2. Liebe Elisa,
    ein toller Artikel! Und großartig, wenn man handwerklich begabte Verwandte und Freunde hat. Wir haben uns bei der Übernahme des Gartens leider keinerlei Gedanken um all sowas gemacht. Ich dachte ganz naiv, man kümmert sich eben um ein paar Pflänzchen ;-) Unser Dach ist zwar dicht, aber unsere (Holz) laube hat einige Ecken an denen wir mittelfristigfristig wahrscheinlich noch einiges an Zeit und Geld werden reinstecken müssen…
    Liebe Grüße!
    Caro

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Caro,
      ja sowas erreicht einen erst wenn man dann schon ein paar Wochen und Monate stolzer Besitzer ist. Danke für dein Lob.
      Naja ich war am Anfang so verzweifelt, dass ich sie schon fast abreißen und neubauen wollte. Aber das wäre noch sehr viel mehr Arbeit geworden.

      Ich drück die Daumen dass ihr alles wieder gut Instand setzen könnt und bin gespannt.

      VG Elisa

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  3. Hallo Elisa,
    danke für diesen großartigen Bericht. Ich kann das alles so gut mitfühlen, weil ich meine Laube gerade von innen renoviere.
    An das Dach trau ich mich noch nicht ran … das ist auch noch aus Aspest :-(
    Ich habe auch mit OSB-Platten gearbeitet. Als ich die alte Verkleidung entfernte habe ich einige verlassen Nester von Insekten gefunden. Das war ein Spaß. Fertig bin ich aber immer noch nicht … ich werde berichten :-)

    Liebe Grüße
    Björn

    Gefällt 1 Person

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