Schrebergartenalltag

Die Kohlfliege ist zurück | Ausprobiert

Hallo liebe Käferchen,

Ein lästiges Insekt ist zurück im Garten. Die weiße Kohlfliege hat sich wieder am Brokoli und Kohlrabi zu schaffen gemacht. Letztes Jahr habe ich kapituliert und alles entsorgt, aber nicht dieses Jahr – es wird zurück geschlagen. In diesem Beitrag werde ich den Erfolg oder Misserfolg dokumentieren.

Gestern Abend habe ich das Elend beim Gießen entdeckt. Denn spätestens beim Auftrefen einiger Wassertropfen aus der Gießkanne schwärmen diese kleinen weißen Biester in die Höhe. Es sind alle Kohlrabi, Grünkohl und Brokoli Pflanzen betroffen. Es ist so ärgerlich, wenn man kleine Jungpflanzen gerade angepflanzt hat und dann auf einmal werden sie angefressen und von diesen Tierchen bevölkert. Soweit ich bei der Recherche herausfinden konnte, können sie sehr gut im Boden überwintern (zum Beispiel am Grünkohl) oder aber ich habe sie mit den Jungpflanzen eingeschleppt.

Hate facts | Die Kohlfliege

Die weiße Kohlfliege (Aleyrodes proletella) gehört zu den Mottenschildläusen und ernährt sich vom Pflanzensaft. Leider muss man sagen, dass dieses Tier sogar eine nützliche Eigenschaft hat. Es verwertet aus dem Pflanzensaft nur die Aminosäuren und scheidet den Zucker als Honigtau aus. Dieser wird dann von den Bienen weg geschleckt. Man liest an dieser Stelle, dass in einem naturnahen Garten ein Gleichgewicht zwischen Kohlfliegen und anderen Insekten besteht (Fressfeinden) und die Pflanze die wenigen befallen Blätter ersetzt. Tja ich würde behaupten, dass mein Garten schon einigermaßen naturnah ist aber trotzdem tauchen diese Tierchen auf und es scheint mir nicht als würde sie irgendetwas hindern. Also ihr erkennt die Fliegen an ihrer weißen Körperfarbe und sie sitzen an der Unterseite des Blattes. Zu dem gibt es auch Eiablagen an der Kohlwurzel.

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Da sitzen die Übertäter am Brokkoliblatt

Bekämpfungsmaßnahmen

Die Chemische Keule

Nicht was ihr gleich denkt. Ich würde nie irgendwelche aggressiven Pestizide an die Pflanzen sprühen, zum einen will ich das ja noch essen und zum anderen ist es einfach schädlich für alle anderen Insekten und Tierchen. Ich habe zwei Hausmittel entdeckt und davon das zweite ausprobiert.

  • Ölhaltige Lösung (50% Wasser, 50% Pflanzenöl und ein Spritzer Spüli zur Emulsion wird empfohlen)
  • Spüli Lösung (Wasser und Spüli)

Beides wird mit einem Pflanzensprüher rund herum auf die betroffen Blätter aufgetragen. Wichtig ist vor allem die Unterseite da die Fliegen dort sitzen. Des Weiteren solltet ihr alle betroffen Blätter entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost). Ich musste einige Blätter dran lassen sonst wäre die Pflanze quasi nackt gewesen. Dabei hab ich mir die am wenigsten befallen herausgesucht. Ich habe gelesen, dass die Larven es nicht so gern feucht mögen. Daher tauchte mulchen und viel gießen mit als Tipp im Internet auf. Diese Prozedur habe ich an Brokkoli und Grünkohl vorgenommen.

Mischkultur und gute Nachbarschaft

Wie wichtig eine gute Nachbarschaft ist und dass Pflanzen sich im besten Fall helfen und unterstützen können, habe ich bereits vor einiger Zeit schon berichtet. Für den Fall der Kohlfliege habe ich folgende Empfehlungen im Internet gefunden:

  • Basilikum
  • Tomate
  • Thymian
  • Kopfsalat
  • Sellerie (eher bei Fliegen an Zucchini und Gurke)
  • Dahlien, Zinnien

Warum das helfen soll? Naja die Pflanzen scheinen irgendwie abschreckende oder ablenkende Gerüche auszuströmen. Die Kohlfliege wird dadurch verjagt bzw. findet das Objekt ihrer Begierde nicht. Ich werde meine Kohlrabi mit ins Tomatenhaus setzen, dort wächst auch Basilikum. Ich bin gespannt wie sich das entwickelt. Heut habe ich die Pflanzen schon einmal vorbereitend bzw. notstandsmäßig ausgegraben und in Spüliwasser getaucht. Dazu dann bald mehr.

Feindliche Tierchen

Die Schlupfwespe soll hier dem Ganzen etwas Leben oder besser gesagt Tod einhauchen. Sie scheint die kleinen Tiere mit Vorliebe zu verspeisen. Man kann diese Wespen wohl im Internet oder Fachhandel kaufen, es wird jedoch eher für den Einsatz im Gewächshaus empfohlen. Macht auch irgendwie Sinn bei einem reichhaltigen Buffet weiß man ja nie wofür der Gast sich entscheidet. Da es sich bei mir um Freilandhaltung handelt, werde ich das nicht testen aber so habt ihr auch davon gehört und könnt vielleicht mal berichten ob es klappt.

Prävention

Mulchen, Fruchtfolge beachten und Düngen (Kalk und Kali) werden häufig genannt. Die Pflanzen sollen im Grunde dadurch gestärkt und weniger anfällig sein. Wie bei allem gilt eben auch dann Vorsorge ist die beste Sorge. Ich habe erstmal gleich gedüngt und wie oben genannt alles gemulcht. Ich habe etwas von Farnmulch gelesen, den hatte ich nicht zur Hand. Stattedessen habe ich Rindenmulch verwendet. Aber das wird sicher auch schon helfen. Ein weiterer „heißer“ Tipp ist die Beigabe von Holzasche im Pflanzloch. Das muss ich mir auf jeden Fall merken und auch mal probieren.

Fazit

Ich habe wie gesagt am Morgen mit den ersten Maßnahmen begonnen. Beim abendlichen Rundgang samt Gießen habe ich bereits weniger Fliegen gesichtet. Vorauf hin ich die Spülikur gleich nochmal wiederholt habe. Die Kohlrabis setze ich morgen mit zu den Tomaten. Ich halte euch auf dem Laufenden und werde sicher einige Updates in diesem Beitrag teilen. Also drückt die Daumen, dass die Pflänzchen gerettet werden können.

Update (30.06.17): 

Die Spülikur hat bei mir bisher am Besten geholfen. Regelmäßig angewendet, habe ich so gut wie keine Fliegen mehr an den Pflanzen. Der Kohlrabi im Tomatenhaus war anfangs noch länger befallen, so dass ich auch die Spülikur angewendet habe..

Eure Elisa von rienmakaefer 

weiterführende nützliche Links:

derkleinegarten.de (mehrere gute Beiträge zum Thema)

gartenlexikon.de

gartenratgeber.net

heimwerker.de

 

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