Peaches | Blind-Date Edition #4

Hallo liebe Käferchen,

es ist wieder soweit – neues Jahr neue Blinddates. Was kommt dabei heraus, wenn sich 14 GartenbloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen? Unter dem Motto „Peaches“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von den The Presidents oft he United States of America geschrieben.

Wir wissen nicht was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind:

Gartenbaukunst | Hauptstadtgarten | Beetkultur | Der kleine Horrorgarten | Karo-Tina Aldente | Cardamonchai | Milli Bloom |Garteneuphorie | Grüne Liebe | Garteninspektor | Faun und Farn | Mrs. Greenhouse | Buddenbohm & Söhne

Viel Spaß beim Lesen!
Das Titelbild stammt von Sandra Geeck vom Blog GrüneLiebe.


Pfirsiche, Familie der Rosengewächse, 39kcal pro 100g, platt oder rund, pelzig oder glatt. Darum dreht sich also dieser Song. Ein Mann kommt in ein ihm neues Land, er singt von Dosenpfirsichen und den fleißigen Arbeitern, die sie verpacken. Und wie gern er sie isst.

Nature’s candy in my hand or can or a pie

Der Song Peaches wurde 1995 von besagter Rockband veröffentlicht. Einige Recherche und ein Blick auf den Songtext jedoch werfen einen neuen Blickwinkel auf den Kontext. Und naja früher oder später musste es ja so kommen, der erste nicht jugendfreie Blogbeitrag. Ich muss gestehen ich bin ja sehr offen und freizügig erzogen worden. Mit meiner Sexualität und meinem Körper habe ich keine Probleme (klar ein paar frauliche Problemzönchen habe ich auch und beäuge sie). Also so idyllisch der Titel noch klingt, nimmt man das Wort Pfirsich für sich, ja dann fallen selbst mir auch so Sachen wie Pfirsich Po oder Pfirsich Haut ein. Naja schauen wir bei Urban Dictionary vorbei kommt auch schon an zweiter Stelle eine ziemlich unverblümte Beschreibung. Peach, eine frisch rasierte Vagina mit ansprechenden Schamlippen. So ihr Lieben wer jetzt rot wird, sollte tapfer sein – das wird wohl noch etwas expliziter im Folgenden. Also Karten auf dem Tisch, wenn ihr mich frag ja im zweiten Teil des Liedes geht es unmissverständlich um Oralsex mit einer Frau und das Abtauchen in ihren Schoß.

Movin‘ to the country,
Gonna eat a lot of peaches

Grundsätzlich bin ich grundsätzlich Pro-Sex ihr Lieben und bitte jeder nach seinen Vorlieben und so wie es ihm oder ihr gefällt, hauptsache BEIDE haben Spaß und keiner wird zu etwas gezwungen oder verstellt sich um jemand anderem zugefallen. Wenn ich eines gelernt habe, dann reden hilft egal ob über unerfüllte Wünsche oder eventuelle Ängste oder Abneigungen. Zurück zum Song und den Peaches. Erst neulich habe ich von dem Begriff Vulva Shaming gelesen. Frauen finden sich selbst ekelig, der Markt für Schönheits-OPs an den Geschlechtsorganen wächst. Da frage ich mich doch, haben wir keine anderen Probleme. Was gefällt den Menschen denn nicht an sich selbst? Hört bitte einfach auf damit, sofort. Schaut euch an und liebt euch so wie ihr seid. Und ich richte mich jetzt mal an die Mädels, da kann ich mitreden. Männer lieben eure Vagina so wie sie ist und wenn auch ihr das gleiche Empfinden ausstrahlt dann gibt es nichts worüber sich jemand schämen muss. Also hört nochmal den Song, der Gute kann gar nicht genug bekommen. Und an jeden Mann der mal zu einer Frau sagte, du siehst aber komisch unten rum aus oder gar hässlich, der soll bitte Erwachsen werden und sich fragen wer definiert wie ein schöner Pfirsich aussehen muss.

Millions of peaches, peaches for me
Millions of peaches, peaches for free
Tja an dieser Stelle ist es ja immer noch ein Gartenblog, dennoch habt Sex, lasst euch lecken und genießt es Mädels. Zurück zum wirklichen Obst. Was mir dann da eben noch in den Sinn kam – Wer definiert was ein schöner Pfirsich ist – oder Apfel, Gurke oder Banane. In der heutigen Zeit ein Stück Papier mit EU-Norm. Und auch da die Frage, haben wir keine anderen Probleme, Muss das sein. Ich bin immer wieder entsetzt über soviel Bekloppheit im Gesellschaftlichen Alltag und der Bürokratie. Normen für Verkehrsschilder, Steckdosen und Adapter – ja bitte natürlich. Waren, die immer noch hergestellt und zusammengebaut & konstruiert werden. Überall da können wir jederzeit Änderungen vornehmen und da macht es ja durchaus Sinn. So weiß ich eben auch in Polen oder Italien was im Straßenverkehr zu tun ist. Aber bei organischen, biologischen Produkten, die einem biologischen Wachstumsvorgang, Wettereinflüssen und was nicht noch alles unterlegen sind, brauchen wir doch bitte keine Norm. Man kann es wiegen und verkaufen oder nicht? Verbaucher werden zu Lebensmittelverschwendern erklärt, dabei beginnt das Problem doch schon vorher, wir bekommen nur noch vorsortierte Ware, definiert nach einem „Schönheitsideal“ von Bürokraten. Ach fürchterlich, da reg ich mich gleich auf.
Deshalb liebe ich das Schrebergärtnern so sehr. Man kommt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und ich war schockiert, wie verhaftet dieses Ideal im eigenen Kopf ist bis man dann eben doch mal den runzligen Apfel isst oder die angefressene Erdbeere, weil sie trotzdem super süß und intensiv schmeckt, kurz unter das Gartenwasser gehalten und zack in den Mund. Also mein Fazit zu Peaches, genießt das Leben, liebt euch selbst und esst Obst & Gemüse, dass eben nicht normiert und perfekt ist. Puh das war ne rasante Reise innerhalb des Beitrages aber manchmal muss man eben das runterschreiben, was einem einfällt.

Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Lesen der anderen Beiträge, ich bin selbst auch sehr gespannt!

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Eure Elisa von rienmakaefer.

13 Kommentare zu „Peaches | Blind-Date Edition #4“

    1. Hi Camilla ich war ganz überrascht vom Ausgang deines Textes, du hast soviel Liebe in die Schmiede gesteckt. Ich hoffe du findest bald die Balance die du dir wünscht zwischen Stadt und Land.

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  1. Liebe Elisa,
    Danke für deinen großartigen Text!!! Das Wort Vulva Shaming habe ich vorher noch nier gehört. Das ist mir auch völlig fremd! Nicht nur weil ich keine Vulva habe, sondern weil mir dieser ganze Kram mächtig gegen den Strich geht. Die Menschen sollen doch bitte einfach entspannt bleiben und sich nicht ständig Dinge von anderen einreden oder sich verarschen lassen.
    Wir müssen einen Schritt zurück gehen, zurück in die Natur und, ja, in den Schrebergarten!
    Liebe Grüße
    Björn

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  2. Als ich mich vor einer Stunde mit dem Lappi und einem Glas Pfirsichsaft ins Bett zurück gezogen habe, um eine Blogger-Blind-Date Runde zu drehen, war mir nicht klar wie viel Sex ich dabei haben würde ;-)) Und das bei einem Lied, das für mich immer nur fröhlicher Quatsch war. Ich sollte mal öfter Songtexte recherchieren.

    Heute müssten die Presidents wohl über Brötchen schreiben. Der letzte Schrei bei Vulva-OPs. Frauen wollen im Schritt aussehen wie ein Brötchen. Könnte man drüber lachen. Oder doch eher weinen? Da gefallen mir die“ rotten peaches“ der Presidents als Role Model eindeutig besser.

    LG von Anja aus dem kleinen Horrorgarten

    PS: Respekt für die wirklich eindrucksvolle Textharke, die du geschlagen hast. Da zeigt sich die leidenschaftliche Gärtnern 🙂

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  3. Sehr cooler Text und schöne Schlüsse die gezogen werden. Wenn Menschen mal weniger ständig alles bewerten und vergleichen und optimieren wollen würddn, wäre die Welt eine bessere. Hat mich gefreut Deinen Text dazu zu lesen! Schönen Sonntag!

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  4. Liebe Elisa,
    bei jeden dieser Blind Dates kommen so viele tolle Texte zusammen und ich freue mich immer am meisten darauf, die Artikel der anderen zu lesen. Diesmal habe ich es jetzt erst heute am Montag geschafft (erst Besuch und dann der erste Gartentag in diesem Jahr). Dein Beitrag war diesmal mein absolutes Highlight. Ich hoffe, ich werde meinen beiden Mädchen das Thema im passenden Moment ebenso locker und unverblümt nahebringen können. Oder ich gebe ihnen einfach deinen Artikel zu lesen – steht ja schon alles da.
    Wirklich großartig – vielen Dank!
    Liebe Grüße aus Berlin,
    Caro

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