Wild und Wuschelig ist zurück | Gartensaison ist eröffnet

Hallo liebe Käferchen,

zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es nicht nur im Blog sehr ruhig war sondern auch im Gärtchen. Ich habe den Kleinen sträflich vernachlässigt. Jetzt kann man fragen warum, welche Ausreden gibt es. Tja mir fallen viele Gründe ein. Die Umstellung in eine neues Leben allein, der Umzug das alles raubt Zeit und vor allem Motivation und Lust. Und wenn ich dann mal vorbei bin und den Berg an Arbeit gesehen habe, dann wurde das nicht unbedingt besser. Also Pflaster ab, Schweinehund überwinden und dann ab nach draußen.

Jetzt fragt ihr euch sicher wie kann man bei so traumhaftem Wetter nicht in den Garten gehen. Naja wenn man sich ne Weile nicht blicken lässt, dann wächst das Unkraut am Weg vor dem Garten, dann verpasst man auch mal schnell das Wasser anstellen und wird beim nächsten Antreffen sicher unzähligen vorwurfsvollen Blicken und Kommentaren ausgesetzt sein. Ja vielleicht nicht bei jedem, aber sind wir doch mal ehrlich in Gartenkolonien geht es schlimmer zu als in der Schule. Es gibt gewisse Toleranzbereiche aber wenn man es einmal ausgereizt hat, dann gibt es keine Gnade. „Ach sind wir auch mal wieder hier. Wollen Sie eine Löwenzahnzucht aufziehen? Aber das Unkraut machen Sie dann schon noch weg.“ Diese Liste lässt sich unzählig fortführen. Ich habe einen Eckgarten und das verstärkt das Problem nur noch. Und unter normalen Umständen kratzt mich sowas rein gar nicht aber wenn man selbst mit dem Zusatnd unzufrieden ist dann will man nicht auch noch alle drei Minuten von wahllosen Leuten darauf hingewiesen werden. Ich habe in dem Interview zu Garden Girls gesagt, dass ich manchmal selbst den Drang verspüre dem ein oder anderen Garten Nachbarn einen Tipp zu geben (wenn die kleine Tomate mitten im Beet ohne Überdachung dem Tod schlichtweg ausgeliefert ist). Aber soll doch jeder einfach machen wie es ihm beliebt und wer fragt bekommt auch jederzeit Hilfe. Dieses Aufdrängen der persönlichen Meinung und Abwertung brauche ich nicht und ich würde mir wünschen in den Gartenkolonien würde wieder mehr Normalität zur Natur und Toleranz einziehen. Wild und wuschelig ist das Motto und nicht Millimeterpapier.

Die Liste der Schande, die schwarze Liste an der Wall of shame oder wie auch immer sie bei euch heißt kann mich schon lange nicht mehr beunruhigen. Ich stand schon so oft darauf, da stumpft man ab. Mein Garten ist ein Lebensraum – puff nehmt das Spießer. Wenn da Unkraut wächst dann ist das so und irgendein Tierchen freut sich sicher riesig darüber. Schnecken okay find ich im Beet am Salat nicht so scharf aber im buschigen Staudengarten bitte schön, Willkommen und viel Vergnügen. Und im Zweifel freut sich der Igel. Also um dem Getümmel zu entgehen bin ich heut um sieben morgens im Garten gewesen und hab Unkraut gezupft, Lauch, Salat und Erbdeeren gepflanzt. Noch ein paar Blumen bewundert und schwinge mich jetzt etwas zufriedener auf Arbeit.

Ihr Lieben, bleibt entspannt beim Gärtnern und macht euer Ding. Regeln sind da um sie auszulegen und das Leben ist zu kurz um sich zu ärgern.

Schöne Woche euch noch,
eure Elisa von rienmakaefer

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Das erste Jahr als Schrebergärtnerin

Hallo liebe Käferchen,

vor genau einem Jahr am 27. Juli habe ich den Schlüssel zu meinem Garten bekommen. Seit dem habe ich bereits unzählige Stunden dort verbracht. Mal schweißgebadet nach kräftezehrenden Arbeiten, mal gemütlich mit Freunden am Feuer, freudestrahlend mit der ersten eigenen Ernte in der Hand oder über einer Idee tüftelnd und werkelnd. Eine Weile begleiten mich einige von euch auf diesem steinigen Weg – vielen Dank für die aufmunternden Worte, eure Wertschätzung und Tipps. Es ist an der Zeit noch einmal auf die Verwandlung zurück zu blicken.

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Das Leben als Schrebergärtnerin

Was man wissen sollte, wenn man über eine Schrebergarten-Pacht nachdenkt

Im letzten Sommer (Juli 2015) war es soweit und ich hatte endlich einen Garten gefunden, der meinen Vorstellungen entsprach. Die Idee von einem eigenen Garten hatte ich schon länger. Ich bin eher ländlich aufgewachsen und die Freizeit  – gerade im Sommer – in einer städtischen Mietwohnung zu verbringen ist nicht wirklich erholsam.

Kurz um ich machte mich auf die Suche und musste feststellen, dass die Nachfrage nach solchen Kleingärten ziemlich hoch ist. Scheint also gerade ziemlich im Trend zu sein.

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